Camper Ausbau

4. Schritt: Armaflex & Alubutyl richtig anwenden

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Nach der Theorie zum Thema Campervan Isolieren beim Wohnmobil Ausbau folgt nun die Praxis. Hier erfährst du, wie du bei deinem Camper Ausbau Armaflex und Alubutyl am besten verarbeitest, worauf es dabei ankommt und was du definitiv vermeiden solltest!

Alubutyl gegen Lärm – richtig verarbeiten

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Unser Düdo – voll mit Alubutyl 🙂

Wenn ihr vor der eigentlichen Isolierung mit Armaflex noch Alubutyl verkleben wollt, solltet ihr zunächst mit diesem Arbeitsschritt beginnen. Armaflex lässt sich wunderbar auf Alubutyl kleben. Anders herum klappt es nicht so gut und hat auch überhaupt keinen Effekt. Bedenkt das bitte, bevor ihr loslegt. Ob ihr überhaupt Alubutyl verkleben solltet, könnt ihr in unserem Theorieteil zum Thema Campervan Isolierung nachlesen.

Welches Alubutyl sollte ich kaufen?

Mittlerweile gibt es einige Hersteller von Alubutyl. Wir haben jedoch den „Klassiker“ genommen: Alubutyl ABX^ mit der 2mm Stärke von der Firma Reckhorn. Warum? Das verarbeitete Bitumen stinkt absolut nicht und das Material klebt wirklich bombenfest. Es ist zudem selbstklebend. Perfekt also, wenn man sich vorher noch nie mit solchen Dingen beschäftigt hat. Es kann quasi nicht viel Schief gehen.

Wie viel Alubutyl benötige ich?

Eine Grundregel, die man häufiger im Internet liest: Wenn man Alubutyl verarbeitet, sollte man circa 40% der Blechfläche bekleben, um einen hörbaren Effekt zu erzielen. Wir haben hierbei auf unser Augenmaß vertraut und zwischendurch immer wieder mal einen Klopf-Hörtest gemacht, um zu überprüfen, ob die verklebten Stücke ausreichen. Für unseren Innenraum (Seitenwände + Decke) haben wir insgesamt 2 Rollen Alubutyl verarbeitet. Je nach Länge deines Campervans kann es auch hier natürlich sein, dass du theoretisch mehr oder weniger Alubutyl benötigst. Bei Alubutyl gilt allerdings die Regel: zu viel schadet auch nicht (außer du musst auf jedes Gramm achten, damit du am Ende nicht über die 3.5 Tonnen Fahrzeuggewicht kommst).

Wie schneide ich Alubutyl am besten?

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Alubutyl schneidet man am besten mit der Schere. Achtung: Arbeitshandschuhe tragen!

Beim Schneiden von Alubutyl haben wir eine ganz normale große Haushaltsschere^ verwendet. Achte hier bitte darauf, kein teures Modell zu verwenden, da die Schere nach dem Schneiden unscharf wird und teilweise voll von Bitumenschlieren ist.

ACHTUNG, VERLETZUNGSGEFAHR: Fasse Alubutyl bitte nie ohne Arbeitshandschuhe^ an! Die Aluminiumkanten sind wirklich scharfkantig!

Wie klebe ich Alubutyl?

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Alubutyl klebt ihr am besten mithilfe einer Malerrolle an die Bleche.

1. Zunächst solltet ihr die Blechflächen mit Silikonentferner^ von Staub, Schmutz und Fett reinigen, damit euer Alubutyl am Ende auch wirklich hält!

2. Nun müsst ihr die Blechflächen grob abmessen und die Maße auf das Alubutyl übertragen. Hier reicht es aber auch, wenn ihr nur grob abmisst oder schätzt und die Alubutylstücke mit der Schere zuschneidet.

3. Habt ihr alle Stücke beisammen, setzt ihr das Alubutyl an einem Ende auf das Blech an, zieht die Schutzfolie ein Stückchen ab und drückt anschließend das Alubutyl gegen das Blech. Am besten funktioniert das, wenn ihr eine kleine Malerrolle^ ohne Aufsatz benutzt. Bei diesem Schritt empfehlen wir, am besten zu Zweit zu arbeiten: Der eine entfernt die Schutzfolie und hält dabei das Alubutyl, während der andere direkt das Alubutyl mit der Malerrolle gegen das Blech presst.

Armaflex richtig verarbeiten

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Bevor ihr das Armaflex verarbeitet, solltet ihr einige Vorbereitungen machen.

Wie viel Armaflex brauche ich für die Camper-Isolierung?

Für den Innenraum unseres Düdos mit den Abmessungen 4,2 m Länge (Ladefläche + Dach der Fahrerkabine) und 1,6 m Höhe haben wir drei Rollen 19mm (6m²) Armaflex XG^ für die großen Flächen verarbeitet. Die Holme haben wir anschließend mit 9mm (10m²) Armaflex XG^ beklebt. Hier hat uns eine Rolle völlig ausgereicht. Alle übriggebliebenen Kanten und Schlitze haben wir mit 3mm Armaflex Klebeband (AF)^ abgedichtet. Vom Klebeband haben wir insgesamt 2,5 Rollen gebraucht. Je nach Länge deines Campervans kann es natürlich sein, dass du noch viel mehr bzw. vielleicht ja auch viel weniger Armaflex benötigst als wir. Doch keine Sorge: Das Zeug hält ewig und es finden sich beim Wohnmobil Ausbau immer wieder kleine Stellen, an denen man noch kein Armaflex verarbeitet hat :-).

Wie schneide ich Armaflex am besten zu?

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Armaflex lässt sich am besten mit einem Küchermesser schneiden!

Ganz einfach: mit einem richtig scharfen Küchenmesser^! Jap, richtig gehört. Lass dein Cuttermesser liegen und greife lieber zum stinknormalen Küchenmesser. Warum? Wenn du ein Cuttermesser verwendest, erhältst du lästige Fransen an deiner Schnittkante. Ein scharfes Küchenmesser hingegen gleitet besser durch den Schaumstoff und hinterlässt eine saubere Schnittkante.

Außerdem lässt sich Armaflex mit einem Küchenmesser viel schneller schneiden. Aber Vorsicht: bitte verwende nicht dein teures und neues Küchenmesser, sondern eins, was du für diese Arbeit entbehren kannst. Nach dem Schneiden von Armaflex sieht es nämlich alles andere als hübsch aus und lässt sich kaum noch sauber machen.

Wie gehe ich beim Kleben von Armaflex am besten vor?

1. Zuerst solltest du unbedingt das Blech, auf welches du anschließend Armaflex verkleben willst mit Silikonentferner^ von Staub, Fett und Schmutz befreien. Hast du vorher Alubutyl^ verklebt, ist dieser Schritt idealerweise bereits erledigt.

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Vor dem Kleben von Armaflex wird erstmal gemessen.

2. Anschließend misst du die großen Blechflächen aus und überträgst die Maße auf das 19mm Armaflex. Schneide nun das Armaflex mit dem Küchenmesser entsprechend zu. Tipp: Erstelle zuerst eine grobe Skizze der großen Blechflächen. Übertrage direkt mehrere Flächenmaße auf deine Armaflexrolle, schneide mehrere Stücke zu und fange erst dann an zu kleben. So bist du definitiv schneller fertig :-).

3. Nach dem Zuschnitt setzt du das Armaflex probehalber auf die Blechfläche und überprüfst, ob du dich nicht verschnitten hast. Wenn alles passt, entfernst du an einer Seitenecke ein bisschen was von der Klebeschutzfolie und presst das Armaflex an das Blech. So arbeitest du dich nun durch die gesamte Fläche deines Campers: Immer ein Stückchen der Klebeschutzfolie entfernen und das Armaflex an das Blech drücken. Hier könnt ihr auch zu zweit arbeiten: Der eine zieht die Folie ab, während der andere gleichzeitig das Armaflex an die Blechwände drückt. Achte beim Drücken und Folieabziehen darauf nicht zu viel Druck in eine Richtung auszuüben, denn das Armaflex ist elastisch. So vermeidest du, dass es am Ende an einer Kante übersteht!

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Überträgt ihr die Maße der Blechflächen auf eure Armaflexrolle, könnt ihr direkt mehrere Stücke hintereinander zuschneiden und damit effektiver arbeiten.

4. Hast du alle großen Flächen mit 19mm Armaflex bedeckt, folgen die restlichen kleineren Bleche und Holme. Hier haben wir 9mm Armaflex verwendet. Auch hier gilt wieder: erst abmessen, dann mit dem Küchenmesser zuschneiden, Folie abziehen und draufkleben.

5. Zum Schluss haben wir noch alle Kanten und Ecken mit dem Armaflexband versiegelt. Glückwunsch! Du bist beim Wohnmobil Ausbau einen Schritt weitergekommen! 🙂

Was sollte ich bei der Verarbeitung von Alubutyl und Armaflex unbedingt vermeiden?

  • dreckige Blechflächen! Achtet bitte wirklich darauf, dass eure Blechflächen sauber sind! Verwendet hier am besten einen Silikonentferner, um wirklich sämtlichen Schmutz abzubekommen. So sorgt ihr dafür, dass das Alubutyl und Armaflex auch wirklich bombenfest hält!
  • Alubutyl auf Armaflex kleben. Bitte klebt das Alubutyl auf keinen Fall auf das Armaflex. Ihr verschwendet so nur Zeit und Geld, denn es hat keinen Effekt! Wenn ihr Alubutyl verarbeiten wollt, klebt dieses ZUERST auf das Blech und danach erst Armaflex.
  • beim Alubutyl sparen. Beklebt ihr weniger als 40% einer Blechfläche, so fällt der gewünschte Effekt kleiner aus. Spart hier lieber nicht am Alubutyl und klebt lieber ein Stückchen mehr drauf als zu wenig. Eure Ohren danken es euch am Ende ;-).

Zur besseren Übersicht verlinken wir euch hier nochmal alle Produkte, die wir für die Campervan Isolierung verwendet haben:

Weitersagen: