Düdo

407 D Waschwassermotor reparieren

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Der Vorteil an einem älterem Campervan, bzw. an einem Mercedes Benz 407 D ist für uns eindeutig die Möglichkeit, kleine Reparaturen selbst durchführen zu können. Bereits nach der Abholung von Düdo „Willy“ hatten wir festgestellt, dass unser Waschwassermotor / Wischwassermotor nicht so recht funktionieren wollte: betätigte man den Fußschalter, bewegten sich zwar brav die Scheibenwischer, aber es wurde aus dem Wischwassertank kein Wasser angesaugt, obwohl die Schläuche nicht verstopft waren. Der Motor drehte also nicht und blieb still (die Drehbewegung eines funktionsfähigen Waschwassermotors (was ein Wort) ist an einem deutlich hörbaren Geräusch zu erkennen). Die Scheibe blieb also trocken. Ungünstig :-D. Also ran an das Werkzeug und dem Problem auf den Grund gehen!

Hinweis: Dieser Beitrag dient lediglich als Erfahrungsbericht. Alle Angaben nach bestem Wissen jedoch ohne Gewähr! Bei allen Arbeiten an einem KFZ sind die allgemeinen Arbeitsschutzvorschriften zu beachten. Die hier beschriebenen Hinweise können bei fehlerhafter Ausführung zu Folgeschäden führen. Jegliche Haftung für Schäden oder Verletzungen wird hiermit ausdrücklich abgelehnt. Der Anwender trägt das uneingeschränkte und alleinige Risiko bei sämtlichen hier beschriebenen Schritten.

1. Schritt: Waschwassermotor und Fußschalter abschrauben

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Mercedes Benz 407 D Waschwassermotor + Fußschalter

Kann man einen Defekt der Schläuche (Verstopfung, Riss etc.) und Elektrokabel ausschließen, liegt das Problem wohl am Motor selbst. Wie immer bei Bauteilen, die an der Elektronik hängen: Erstmal die Batterie / Batterien abklemmen (immer erst den (-) Minuspol lösen, danach erst den (+) Pluspol!). Anschließend werden die Elektrostecker des Fußschalters und des Wischwassermotors abgesteckt. Dann wird dasselbe mit den beiden Schläuchen am Waschwassermotor getan. Nun die zwei Schrauben des Fußschalters lösen und diesen damit vom Boden abschrauben. Dadurch hatten wir einen besseren Zugang zu den beiden Befestigungsschrauben des Wischwassermotors. Anschließend auch diese zwei Schrauben lösen und schon hält man den Wischwassermotor in seinen Händen.

2. Schritt: Wischwassermotor auseinanderschrauben

Anschließend kontrollierten wir den Motor auf äußerliche Schäden und drehten ihn auf den Kopf. Hier lösten wir die 4 Muttern mit einer 5.5 Nuss. Der Motor lässt sich nun in mindestens 2 Teile zerlegen: obere Abdeckung mit Drehmotor und untere Abdeckung mit Drehteller und Zapfen bzw. Stift. Der Drehteller wird vom Zapfen abgehoben. Wenn sie sich nicht schon von selbst gelöst hat: Metallplatte vorsichtig mit einem flachen Schraubenzieher von der unteren Abdeckung lösen (Bild siehe Schritt 3). Hier sind wir sehr vorsichtig vorgegangen, denn wir wollten die Gummidichtung nicht beschädigen. Ist die Platte ab, ist der freie Zugang zur Ansaugmechanik gegeben: zwei Zahnräder, die sich bewegen und den Wasserfluss weiterbefördert. As simple as that ;).

3. Schritt: Zahnradmechanismus auf Funktion prüfen

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Abdeckung und Zahnrädermechanismus

Sowohl die Zahnräder als auch der Zapfen / Stift wird nun auf Funktion kontrolliert. In den meisten Fällen liegt hier nämlich schon die Fehlerquelle: verrosteter Stift bzw. Zahnräder, die sich nur schwergängig oder gar nicht drehen lassen. Aber selbst wenn alles in Ordnung scheint, sollte man den Drehmechanismus auf Funktionalität prüfen und sicherheitshalber einen Spritzer Öl oder ähnliches in die Mechanik geben. Die Bauteile bei starker Verschmutzung vorher aber putzen. Lässt sich alles schön drehen und greifen die Zahnräder schön ineinander, kommt der nächste Schritt.

4. Schritt: Elektronische Prüfung des Waschwassermotors

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Test des Motors an einer 12V Rollerbatterie

Wenn sich der untere mechanische Bereich einwandfrei drehen lässt, wird als nächstes der Motor auf Funktion geprüft. Dazu haben wir uns aus Altbeständen einen Prüfstecker samt Kabel gebastelt und diesen an den Motor geklemmt. Hätte aber auch mit 2 befestigten Kabeln per Klemme oder ähnlichem an den beiden Steckerkontakten funktioniert. Plus und Minus sind jeweils auf dem Plastik des Motors eingezeichnet.

Der Motor dreht. Ein gutes Zeichen 🙂

Wir haben die beiden Kabel jeweils an die beiden Kontakte einer Rollerbatterie geklemmt: Minus zu Minus und Pluspol zu Pluspol natürlich.
Dreht sich der Waschwassermotor (zu erkennen an der Drehtellerhalterung im Inneren der oberen Plastikabdeckung, so scheint der Motor zu funktionieren. Bewegt sich hier nichts, ist der Motor wahrscheinlich leider im Eimer. Spätestens hier wäre unser Wissen zu Ende gewesen und es unserer Meinung nach wirtschaftlicher, sich ein Ersatzteil für ca. 12 bis 20 € in der Bucht oder beim Ersatzteilehändler zu besorgen, bevor man ewig rumschraubt und womöglich zu keinem befriedigenden Ergebnis kommt.

5. Schritt: richtiges Zusammenbauen des Motors:

Auch nach dem Wiederzusammenbau dreht der Wischwassermotor. Reparatur geglückt!

Bei uns haben sich die Zahnräder samt Stift und Drehteller einwandfrei drehen lassen. Ohne Unterkonstruktion hatte auch der Waschwassermotor gedreht. In zusammengebautem Zustand jedoch wollte die Thematik irgendwie nicht funktionieren. Also Unterteil drauf, mit zwei Schrauben befestigt und erneuter Test an der Batterie: Fehlanzeige. Der Motor macht einen kleinen Murks und danach geht gar nichts mehr. Anscheinend griff das obere Stück des Motors den Drehteller nicht richtig. Außerdem hatten wir festgestellt, dass die obere Plastikführung den Motor nicht mehr im Gehäuse zentrierte: bisschen Tape und gut ist!

Anschließend haben wir den Teller genau im 90° Winkel zum Greifarm des Motors ausgerichtet und alles erneut zusammengeschraubt. Ein letzter Test mit der Rollerbatterie: Motor dreht, alles wunderbar! Nun die restlichen Schrauben der Platte mit dem Untergehäuse und Obergehäuse befestigen, Kabelstecker des 407 D an den Wischwassermotor und an den Fußschalter anstecken und einen „Live“-Test machen: Batterie korrekt anklemmen, je nach Schaltplan Zündung rein und Fußschalter drücken. Siehe da, Waschwassermotor dreht immer noch! Na wunderbar! :-). Nun alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenschrauben: zuerst die beiden Schläuche am Waschwassermotor anstöpseln, dabei darauf achten, dass der Schlauch vom Wischwassertank an Position D hängt und der Schlauch, der das Wasser an die Außendüse weiterbefördert an Position B angeschlossen wird (Siehe Bild bei Schritt 2). Anschließend den Motor an der Verkleidung befestigen, die Fußpumpe am Boden verschrauben, die Stecker anstecken und über eine saubere Frontscheibe freuen :-).

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